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Die Mongolei: Tourismus mit Tradition und Fortschritt

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Offizielles Partnerland der ITB Berlin 2015, Foto-Quelle: ITB Pressefotos

Auf der diesjährigen ITB präsentiert sich die Mongolei als eine Destination, die für den aktiven Urlaub ideale Möglichkeiten bietet: 270 Sonnentage im Jahr, um ausgiebig die weiten Landschaften der Mongolei auf Wanderungen, zu Pferd oder mit Veranstaltern zu entdecken. Zu Beginn der weltweit größten Tourismusmesse zeigt sich Dr. Martin Buck, Vice President Competence Center Travel & Logistics davon überzeugt, dass die Mongolei touristisches Potential hat.

 

 

 

Investitionen in die Infrastruktur

Unverkennbar ist auch der technische Fortschritt in der Mongolei – und dies nicht nur in der Großstadt: Große Satellitenschüsseln thronen auf Jurten, deren Bauweise sich über all die Jahrhunderte unverändert erhalten hat. Sie sind das mobile Rundhaus der Nomaden. Derzeit verzeichnet die Mongolei ca. 500 Touristikbetriebe und mehr als 200 Campingplätze, die schon die Möglichkeit bieten, das Land individuell näher kennenzulernen.

Mongolei_ITB 2015 - Eröffnungs-Pressekonferenz

ITB 2015 – Eröffnungs-Pressekonferenz – Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung, Messe Berlin GmbH; Dr. Michael Frenzel, Präsident, Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V.; H.E. Ms Oyunkhorol Dulamsuren, Minister für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Tourismus, Mongolei; Norbert Fiebig, Präsident, Deutscher ReiseVerband e.V. (v.l.n.r.), Foto-Quelle: ITB Pressefotos

Der Umsatz vom Tourismus in der Mongolei beläuft sich auf 190 Mio.USD, das entspricht 10% des Staatshaushaltes. Nach den Informationen der Zentralen Zollverwaltung, reisten im Jahre 2002 bereits 756.000 ausländische Bürger in die Mongolei ein, 2004 waren es schon 936.000, die überwiegende Mehrheit davon waren Touristen. (Quelle: www.eu-asien.de) Aus Deutschland gibt es Direktflüge von Berlin über Moskau und einen Nonstopflug aus Frankfurt mit der einheimischen Fluggesellschaft MIAT. Die Flugzeit beträgt im Sommer achteinhalb Stunden. Neben MIAT fliegen auch die mongolische Hunnu Air sowie Turkish Airlines, Aeroflot, Korean Air und Air China über ihre Drehkreuze die Metropole Ulaanbaatar an. Diese Verbindungen sind mit Zwischenstopps oder Zusatzübernachtungen verbunden. Ulaanbaatar ist der Verkehrs-Knotenpunkt. Sternförmig starten Inlandsflüge zu den Provinzstädten des Landes, diese sind untereinander nicht durch Linienflüge verbunden.

Das Staatsgebiet ist in sogenannte Aimaks gegliedert, fast alle haben einen regionalen Flugplatz. 2013 wurden zwei Landebahnen der 22 Provinz-Flughäfen ausgebaut. In diesem Jahr sollen zwei weitere Regional-Airports hinzukommen: Flugzeuge sind das schnellste Verkehrsmittel, um sich im Land zu bewegen – zur Wüste Gobi im Süden oder zum Berg Khuiten im Westen.

Über 4.000 Kilometer befestigte Straßen wurden in den beiden Vorjahren gebaut. Bis zum Jahr 2020, so der Plan, sollen alle Provinzzentren mit asphaltierten Straßen verbunden und wichtige touristische Attraktionen angebunden sein. Auch das öffentliche Verkehrsnetz wird vorangetrieben. Über 930 mit GPS ausgestattete Busse der Intercity-Verkehrsbetriebe fahren von Ulaanbaatar in über siebzig verschiedene Städte.

Mongolei – Kein Massenziel

Mongolei_ITB Berlin 2015 - Pressekonferenz zu den Publikums-Highlights - „Partnerland Mongolei” Dr. Martin Buck

ITB Berlin 2015 – Pressekonferenz zu den Publikums-Highlights – „Partnerland Mongolei” Dr. Martin Buck, Direktor KompetenzCenter Travel & Logistics, Messe Berlin GmbH, Foto-Quelle: ITB Pressefotos

In Katalogen großer Reiseveranstalter sucht man die Mongolei vergebens. Auf Reiseplattformen findet man sie eher. Die Mongolei ist ein Fall für Studienreisen-Anbieter und kleine oder kleinste Spezialisten. Das könnte sich jetzt ändern: Kürzlich hat die Regierung deutsche Urlauber von der Visapflicht befreit. In diesem Jahr wird die Visa-Befreiung für alle Europäer erprobt. Der Staat hat sich vorgenommen, die Besucherzahlen bis Ende 2016 auf eine Million zu verdoppeln. Der Tourismus in der Mongolei ist zwar eine neue, jedoch sich schnell entwickelnde Branche. Dennoch, da sind sich viele Reiseveranstalter einig, ist und bleibt die Mongolei weit davon entfernt, zum Massenziel zu avancieren.

 

Sie hoffen, dass das Wachstum „möglichst sanft und passend zum Land geschieht“: Traditionelle Nomadenkultur und die Natur kann nur durch einen nachhaltigen Tourismus gefördert und erhalten werden. Wenn man nicht versucht wird, mit landesfremden Angeboten wie Golf oder Luxus mehr Gäste zu ziehen, wird die Mongolei als Reiseland sicher ein Nischenprodukt für Naturfans bleiben. Area Manager bei Gebeco, ist zuversichtlich: „Da die Mongolei keine Küste hat, bleiben die für den Massentourismus notwendigen Badegäste fern.“ Auf der ITB betonte Frau Oyunkhorol Dulamsuren, Ministerin für Umwelt, Nachhaltige Entwicklung und Tourismus der Mongolei: „Wir werden auch einen Schwerpunkt auf nachhaltigen Tourismus legen“. Eingebettet in den Reiseprogrammen von Spezialisten und Pauschalveranstaltern wird versucht, den Aktivurlaubern den Kontakt mit der Bevölkerung zu bieten. Gleichzeitig soll die Ursprünglichkeit der Natur nicht durch den Tourismus gefährdet werden. Ein Spagat zwischen Fortschritt und Tradition.

 

Bis zum 8. März können Besucher der ITB die Präsentationen und Einblicke in das zentralasiatische Steppenland erleben.

 

Text: Susanne Jensen

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